Systemische Pädagogik: Was haben Sokrates, Luhmann und Maturana gemeinsam
 und der Pädagogik zu sagen?

Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum-Verlag, Marburg, Reihe Pädagogik, Band 2, 1999

ISBN 3-8288-8047-9

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ABSTRACT in English:

 

Systemic Education In The Light Of Its Idea-History

Systemic education represents at present one of the significant innovative directions within the sociology of education. This book focuses on the core-thesis that information cannot transfer into another psychic system. The impossibility of the knowledge-transfer stimulates learning. Can successful learning be only understood as a disturbance of this system, where already stored thoughts reorganize themselves and new ones arise? These and further theses are discussed in an idea-historical outlook. Significant system-theoretical concepts are illuminated in the philosophical tradition of development. The concepts of cognitive self-organization find a theoretical foundation in the ideas of sociological system theorist Niklas Luhmann just as with the neuro-biologists Humberto Maturana and Francesco Varela. 

The development of systemic education is shown and the thesis develops that the Sokrati Maieutik (art of midwife) forms a crucial root. It is not necessary to transfer knowledge. Existing knowledge and experience are resources activated by asking, so that the learner explores and  discovers the responses by himself.

 

ABSTRACT in German:

Systemische Pädagogik stellt zur Zeit eine der wesentlichen innovativen Richtungen innerhalb der Erziehungswissenschaft dar. Dieses Buch fokussiert die Kernthese, dass Informationen nicht in ein anderes psychisches System übertragen werden können. Die Unmöglichkeit des Wissentransfers provoziert pädagogisches Handeln. Kann erfolgreiches Lernen nur noch als Störung dieses Systems verstanden werden, wobei sich bereits vorhandene Gedanken umorganisieren und Neue ausbilden? Diese und weitere Thesen werden in einer ideengeschichtlichen Übersicht diskutiert. Wesentliche systemtheoretischer Konzepte werden in ihrer philosophischen Entstehungstradition beleuchtet. Eine gründliche theoretische Fundierung finden die Konzepte von kognitiver Selbstorganisation bei dem soziologischen Systemtheoretiker Niklas Luhmann ebenso wie bei den Neurobiologen Humberto Maturana und Francesco Varela.

Die Entwicklung der systemischen Pädagogik wird daraufhin aufgezeigt und dabei die These entwickelt, dass die Sokratische Maieutik (Hebammenkunst) eine entscheidende Wurzel bildet. Bei ihr kommt es nicht darauf an, Wissen zu vermitteln. Fragend werden bereits vorhandene Wissens- und Erfahrungsressourcen aktiviert, so dass die Antworten aus dem Lernenden selbst entfaltet werden.

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. IDEENGESCHICHTE DER SELBSTORGANISATION
       
        2.1 Das mechanistische Weltbild der alten Wissenschaft

        2.2. Geschichte der Selbstorganisation

        2.2.1. Kurze Philosophiegeschichte der Selbstorganisation und des Konstruktivismus
        2.2.2. Selbstorganisation in der Naturwissenschaft

 

3. DIE AUTOPOIESIS-THEORIE

          3.1 Der Ansatz nach Maturana & Varela

          3.1.1. Kognition
          3.1.2. Autonomie
          3.1.3. Operationale Geschlossenheit
          3.1.4. Selbstreferenz
          3.1.5. Strukturelle Plastizität
          3.1.6. Anpassung
          3.1.7. Nicht-Steuerbarkeit
          3.1.8. Strukturelle Kopplung
          3.1.9. Begriffsklärung

          3.2. Die Theorie autopoietischer Systeme nach Niklas Luhmann
          3.2.1. Kennzeichen
          3.2.2. Luhmanns Kritik an der Pädagogik

 

4. KRITIK DES SYSTEMISCHEN ANSATZES

      4.1. Kritik an der Autopoiesis-Theorie
      4.2. Kritik der Theorie operational geschlossener Systeme
      4.3. Eigene Stellungnahme

 

5. REZEPTION DER SYSTEMTHEORIE IN DER ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT

       5.1. Allgemeine Kritik
       5.2. Systemisch-konstruktivistische Didaktik nach Kersten Reich
 

6. IDEENGESCHICHTLICHEN WURZELN EINER SYSTEMISCHEN PÄDAGOGIK

      6.1. Der Sokratische Dialog
      6.2. Geschichte der Maieutik in der Neuzeit

7. FAZIT

8. LITERATUR


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